Ihr Schlafsack soll den wohlverdienten Schlaf sichern, damit Sie am nächsten Morgen ausgeruht zu neuen Abenteuern aufbrechen können. Dabei soll er bei kleinstem Packmaß und geringstem Gewicht im Winter mollig warm geben und im Sommer bequem und luftig sein. Dazu soll er möglichst wenig kosten. Hört sich gut an, leider ist dieser Schlafsack ohne Klimaanlage und Heizung nicht machbar. Um ruhig schlafen zu können darf die Mitteltemperatur des Körpers nur geringfügig um 37°C schwanken. Ist die Wärmeleistung des Schlafsacks nicht ausreichend, kann das unter Umständen lebensgefährlich werden, aber auch eine Nacht, die man vor Kälte zitternd im Schlafsack verbracht hat, gehört zu den weniger schönen Urlaubs-erinnerungen. Damit Ihnen diese Erfahrungen erspart bleiben sollten Sie sich über den Einsatzzweck Ihres Schlafsacks Gedanken machen.
Eine extreme Wintertour in Alaska stellt andere Anforderungen an einen Schlafsack wie der Camping-Urlaub in der Toskana - auch die Konsequenzen bei falscher Auswahl können sehr unterschiedlich sein. Hauptkriterium ist natürlich der Temperaturbereich:
Temperatur-Bereiche
Sommer- und Hüttenschlafsäcke für einen Temperaturbereich von +10°C bis +5°C. Sie müssen nicht so aufwändig konstruiert sein, und wer keine allzu hohen Anforderungen an Packmaß und Gewicht stellt findet auch unter € 100,- einen guten Schlafsack.
Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke für einen Temperaturbereich zwischen 0°C und -10°C. Die aufwändigere Konstruktion drückt sich auch im höheren Preis aus und € 100.- aufwärts sollten Sie auf jeden Fall investieren. Wer ganz besonders auf Gewicht und Packmaß achtet muss mehr Geld anlegen, bekommt dann aber auch einen hohen Gegenwert dafür. Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke sind die richtige Wahl für alle, die einen Allroundschlafsack suchen.
Bei Winter- bzw. Extremschlafsäcken kommen nur beste Materialien, ausgefeilte Konstruktionen und hochwertige Verarbeitung in Frage. Wer leicht friert, muss auf jeden Fall einen deutlich wärmeren Schlafsack als in den Temperaturtabellen angegeben auswählen!
Temperaturen
Unsere Temperaturen entsprechen vorschriftsgemäß den Angaben der Hersteller entsprechend EN 13537. Die Messungen dürfen die Hersteller in verschiedenen zertifizierten Labors durchführen lassen, die aber leider unterschiedliche Messtechnik (z.B. Anzahl der Temperatursensoren) verwenden. Die EN-Norm schreibt 4 verschiedene aus diesen Messwerten errechnete Temperaturen vor:
Maximal: Obere Temperatur bei dem sich ein Mensch im geschlossenen Schlafsack noch wohlfühlen würde. Auf die Angabe dieses Wertes verzichten wir, da jeder normale Mensch bei zu viel Wärme durch Öffnen des RVs reagiert oder den Schlafsack als Decke benutzt.
Komfort: Eine Normfrau in kurzer Unterwäsche schläft gerade noch ruhig durch.
Limit: Ein Normmann, in eingerollter Position und in langer Unterwäsche schläft gerade noch ruhig durch.
Extrem: Bei dieser Temperatur erleidet die Normfrau noch keine Schäden durch Unterkühlen.
Diesen Wert betrachten wir als extrem problematisch!
Wichtige Hinweise:
1. Grundsätzlich empfehlen wir Personen, die bekanntermaßen leicht frieren oder sich vorwiegend am Bildschirm aufhalten, wenigstens „5°C wärmer“ zu kaufen, als nach den Temperaturangaben erforderlich und sich z.B. mit Merino-Funktionswäsche auszustatten!
2. Die EN-Temperaturangaben sind keine Absolutwerte. Je nach Konstitution und Belastung können Sie in einem Limit = -15°C Schlafsack auch bei -5°C frieren! Bereits bei einem leichten Luftzug geht die Haftluftschicht um den Schlafsack verloren und damit 20-30% der Wärmeleistung! Ein Schlafsack, der bei Windstille bis -5°C warm hält, isoliert bei leichtem Wind nur noch bis -2°C. Daher nie ohne Biwaksack trekken! Günstiger verhalten sich hier die Modelle mit einer Membran-Außenhülle, wie Driloft, Drilite usw.
Die Schlafsackgewebe
Schlafsackgewebe spielen eine wichtige Rolle:
Nur wenn das Schlafsackgewebe die 250g bis 500g Feuchtigkeit, die der Mensch pro Nacht abgibt, nach außen transportiert, ist eine vernünftige Funktion des Schlafsackes gewährleistet. Ist nur das Innengewebe wasserdampfdurchlässig kondensiert die Feuchtigkeit in der Füllung und die Isolation des Schlafsacks geht verloren. Unter ungünstigen Umständen, wie z.B. bei sehr tiefen Temperaturen, kondensiert die Feuchtigkeit aber auch bei höchstgradig wasserdampfdurchlässigen Geweben in der Füllung. Da hilft dann nur Lüften.
Nylon- und Polyestergewebe müssen beim Gewebehersteller zwischen zwei etwa 180°C heißen Walzen kalandriert werden, damit sie daunendicht werden. Je stärker ein Gewebe kalandriert ist, desto steifer der Griff und geringer der Wasserdampf-Durchgang. Sehr dichte Gewebe sind hier von Vorteil, da fast keine Kalandrierung mehr von Nöten ist. Je weicher und angenehmer ein Gewebe im Griff ist, desto weniger wurde es kalandriert und umso teurer ist es.
Als Außenmaterial werden Nylon und Polyester verarbeitet. Nylon ist dann die richtige Wahl, wenn extrem leichtgewichtige Schlafsäcke mit kleinem Packmaß hergestellt werden sollen. Polyester ist angenehmer im Griff. Ripstop- oder Taffetagewebe sind etwa gleichwertig. Die höherwertigen Gewebe besitzen meist auch die bessere Imprägnierung.
Neu sind Microfasergewebe. Sie sind konstruktionsbedingt wasserabweisend und auf Grund ihrer Winddichtigkeit steigern sie die Wärmeleistung eines Schlafsackes um ca. 15% (in der Praxis ca. 3°C). Microfasergewebe sind etwas schwerer als leichte Nylonstoffe.
Auch beim Innenbezug werden immer häufiger Nylon und Polyester eingesetzt: Leicht, sehr robust und so angenehm, dass man seinen Schlafsack gar nicht mehr verlassen möchte.
Baumwolle vergrößert Packmaß und Gewicht, trocknet langsam, verschmutzt sehr schnell und entzieht dem Körper Wärme, wenn sie feucht ist. Nur bei trockenem, heißem Klima ist Baumwolle sinnvoll und bietet dann traumhaften Schlafkomfort.
Baumwoll-Mischgewebe (Nylon/Viskose oder Baumwolle/Polyester) sind bei heißem Wetter ähnlich angenehm wie Baumwolle, trocknen aber schneller.
Wer auf Natur steht, sollte sich ein Inlett aus Seide, Seidenmischgewebe oder Baumwolle zulegen. Ein Inlett schont den Schlafsack, ist schnell gewaschen und erhöht die Temperaturleistung:
• Seide um bis zu 5°C
• Seidenmischgewebe um bis zu 4°C
• Baumwolle um bis zu 2°C
• Baumwollflanell und Fleece bis zu 6°C
Wir empfehlen grundsätzlich lange Schlafkleidung aus Funktionsmaterialien (siehe Kapitel Funktionsunterwäsche). Schmutzpartikel und Salze bleiben in der Schlafkleidung, nicht im Innengewebe und der Füllung. Sie müssen Ihren Schlafsack seltener waschen und verlängern so seine Lebensdauer.
Die Konstruktion
Eine qualitativ hochwertige Füllung allein macht noch keinen guten Schlafsack. Egal ob Kunstfaser oder Daune, die Füllung muss fixiert werden, um eine gleichmäßige Isolierschicht zu gewährleisten.
Nur bei Sommerschlafsäcken macht eine durchgesteppte Verarbeitung - an den Nähten liegen Außen- und Innenbezug direkt aufeinander - Sinn: Man spart Gewicht und Geld.
Gute Daunenschlafsäcke werden immer in Kammerverarbeitung produziert: Zwischen Innen- und Außengewebe werden Stege eingenäht, die dann Kammern bilden und die Daune fixieren.
Bei der H-Kammer verlaufen die Kammerwände senkrecht zwischen Innen- und Außengewebe. Die H-Kammer ist das leichteste Konstruktionsprinzip und v.a. bei Leichtgewichtsschlafsäcken die beste Wahl.
Bei der Schrägkammer verlaufen die Kammerwände nicht senkrecht, sondern leicht schräg. An den geneigten Kammerwänden haftet die Daune besser und die Kammerwände können an den Seitennähten einfacher vernäht werden. Die Kammerwände sind länger und dadurch auch schwerer.
V-Kammern sind sehr aufwändig in der Verarbeitung und verhältnismäßig schwer. Sie fixieren die Daune noch besser als Schrägkammern. In der Top-Klasse gehen die Hersteller mittlerweile zur Trapezkammer über. Man erreicht die gleiche Leistung bei halbem Gewicht.
Aber was nützt die beste Kammerkonstruktion, wenn zu wenig Daune eingefüllt ist oder die Füllung verrutscht? Zu viel der guten Daune und kostbares Füllmaterial ist vergeudet. Im Extremfall kann ein überfüllter Daunensack sogar schlechter isolieren, weil in den Kammern weniger Luft als Isolator gebunden ist.
Von Bedeutung ist auch das Material der Kammerwände. Als beste Lösung haben sich Netzmaterialien aus Nylon oder Polyester erwiesen, sie fixieren die Daune zusätzlich.
Die Form
Wenn Sie sich über den Temperaturbereich im Klaren sind, können Sie sich über die Form des Schlafsacks Gedanken machen.
Sollten Packmaß, Gewicht und gute Isolation keine Rolle spielen, ist der Decken- oder Rechteckschlafsack eine gute Wahl. Er ist für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt jedoch nicht geeignet: Besonders im unteren Drittel ist zuviel Luftraum, der vom Körper nicht mehr erwärmt werden kann. Kalte Füße sind vorprogrammiert.
Mumienschlafsäcke sind Hochleistungsmodelle in punkto geringes Packmaß und Gewicht bei hoher Wärmeleistung. Wer unter Platzangst leidet, sollte ein breiter geschnittenes Modell wählen.
Ganz neu ist der Joutsen Mumien-Doppelschlafsack zwei Personen bietet er Einzelschläfern ein wahres Raumparadies!
Wir geben für jeden Schlafsack einen Schnittindex an, ein relatives Maß für die Weite. Je größer der Wert, desto mehr Platz bietet der Schlafsack. Aber Vorsicht: ein zu weiter Schlafsack kann u.U. von Ihnen nicht richtig erwärmt werden und Sie frieren.
Wir geben folgende Formwerte an:
I: sehr funktionell, eng geschnitten
II: funktionell und mehr Platz im Hüft- und Kniebereich
III: sehr komfortabel
IV: extra breit
V: Decken- bzw. Rechteckschlafsack
Zum Schluss noch ein Wort zur Länge: Als 175cm großer Mensch genügt Ihnen ein „Regular“ bzw. 180er Modell. Sie sparen Gewicht und wertvollen Platz im Gepäck und haben weniger Luft zu erwärmen.
Die Füllungen
Das nächste Kriterium bei Ihrer Schlafsackauswahl ist die Füllung. Wir wollen kurz die Unterschiede zwischen Daune und Kunstfaser ansprechen. Wenn Sie Lust auf mehr haben, laden wir Sie ein, unsere Daunen- und Kunstfaserinfos auf den nächsten Seiten zu lesen.
Daune
Kein anderes Material, kombiniert mit dem richtigen textilen Gewebe, bietet mehr Schlafkomfort. Daunen nehmen die vom Körper produzierte Feuchtigkeit auf und transportieren sie nach außen, wenn die Außentemperatur entsprechend gering ist.
Packmaß und Gewicht
Ein Daunenschlafsack ist unerreicht leicht und klein im Packmaß und extrem langlebig. Solange man nicht für längere Zeit mit Feuchtigkeit rechnen muss, z.B. in den Tropen oder auf hoher See, spricht nichts gegen ein Modell mit Daune.
Traumwerte in Bezug auf Packmaß, Gewicht und Wärmeleistung sind nur mit Spitzenfüllungen möglich. Wie beurteilt man nun, ob eine Daune gut oder weniger gut ist?
Daunenqualität
Am besten eignet sich dazu die Fillpowerangabe (Loft). 600+cuinch bedeutet: 1oz = 28,34g füllt ein Volumen von 600 Kubikzoll oder mehr - in unserem metrischen System ausgedrückt: 1 Gramm Daunen der Qualität 600 füllen 0,35 Liter Volumen aus!
Je höher der Wert bzw. der Loft, desto besser die Daunenqualität. 500 cuinch ist gut, 600 cuinch aufwärts sehr gut. Das Beste, was wir im Programm haben, ist 800+ Fillpower (TNF, Marmot, Mountain Equipment).
Hier kommt der gute Name des Herstellers und unsere Erfahrung zum Tragen. Wir geben in unserer Tabelle ebenfalls den Loft an. Dieser Wert ist eine Herstellerangabe.
Nur als Ergänzung ist die Angabe des Mischungsverhältnisses in Gewichtsprozenten zu sehen.
80/20: heißt in 100g Füllmenge sind min. 80g Daune und max. 20g Kleinstfedern enthalten. Aber hier ist Vorsicht geboten: Ob eine Daunenfüllung nun 93% oder 95% Daunenanteil hat, ist - gleiche Qualität vorausgesetzt - in der Praxis nicht relevant.
Deshalb geben wir in unserer Tabelle das Mischungsverhältnis in 10er-Schritten an. Ein höherer Federanteil senkt den Preis der Füllung und verschlechtert das Wärme-/Gewichtsverhältnis des Schlafsacks, macht einen Daunenschlafsack aber auch weniger feuchtigkeits- und druckempfindlich.
Details
Der Differentialschnitt ist bei unseren Schlafsäcken selbstverständlich.
Eine gut sitzende, extra stark gefüllte und vorgeformte Kapuze ist besonders wichtig: bis zu 30% des Wärmeverlusts finden über dem Kopfbereich statt. Beim Probeliegen die Kapuze zuziehen! Je besser sie mitdreht, desto wohler fühlen Sie sich bei zugezogener Kapuze.
Ein sinnvoll konstruierter Wärmekragen kann die Temperaturleistung um 20% steigern. Er verhindert, dass die vom Körper erwärmte Luft aus dem Schlafsack entweicht. Das Non-Plus-Ultra sind dreidimensional konstruierte Wärmekragen. Sie steigern den Loft im Oberkörperbereich und damit die Wärmeleistung.
Bei Schlafsäcken für Temperaturen unter 0°C ist eine prall gefüllte, thermogenähte Abdeckleiste ein Muss. Sie lässt Zugluft am Reißverschluss keine Chance und ist Standardausstattung fast aller unserer Schlafsäcke.
Ein umlaufender Reißverschluss ist im Sommer ein angenehmes Detail: Sie können den Schlafsack als Decke benutzen, erhöht allerdings das Gewicht und das Packmaß.
Ein Zwei-Wege-RV erlaubt die Belüftung von oben und unten. Schlafsäcke mit linkem und rechten RV kann man koppeln. Aber bitte nur bei wärmerem Wetter, sonst ziehts. Meist können nur Modelle des gleichen Herstellers gekoppelt werden. Ohne Angabe liefern wir immer mit RV links - also Standardausführung für Rechtshänder!
Volumen, Abmessung, Gewicht
Alle Angaben in der Tabelle sind von uns selbst ermittelt. Wir geben bei unseren Schlafsäcken keine Packmaße mehr an, weil diese unserer Meinung nach keine praxisnahe Aussage über das tatsächliche Raumangebot ermöglichen, sondern nur die Abmessungen des mitgelieferten Packsacks widerspiegeln.
Das Packvolumen bestimmen wir in einem Messzylinder unter 30 kg Last. Dies entspricht etwa den Bedingungen im Rucksack o.ä. Gepäckstücken. Je leichter und kleiner im Packmaß ein Schlafsack bei gleicher Wärmeleistung ist, desto höher ist auch der Preis. Nur mit den besten Materialien lassen sich solche Wundertüten verwirklichen. Allerdings macht sich die Investition im Lauf der Jahre bemerkbar, weil diese hochwertigen Schlafsäcke - die richtige Behandlung vorrausgesetzt - auch nach vielen Jahren noch für Ihren guten Schlaf garantieren.
Unsere Gewichte (besser Masse) geben wir ohne Packsack an, da es bei den Packsäcken große Gewichtsunterschiede gibt.
Waschen & Aufbewahren
Waschen Sie Ihren Schlafsack nur in der Waschmaschine und nur mit Daunenwaschmittel - auch den Kunstfaser-Schlafsack! In der Trommel ca. 1/2 h abtropfen lassen, kurz anschleudern und den Schlafsack vorsichtig aus der Waschmaschine nehmen (nicht ziehen oder zerren) und im Trockner mehrfach trocknen. Dies ist die schonendste Methode, den Schlafsack wieder hygienisch sauber zu bekommen.
Niemals chemisch reinigen!
Zu Hause den Schlafsack locker hängen oder legen, bzw. in einem luftigen BW-Aufbewahrungssack lagern. Im Packsack verwandelt sich Ihr bauschiger Schlafsack bald in einen platten, schlaffen Sack!
Die üblichen Füllungen:
90/10 - das Richtige, um die Vorteile der Daune wie geringes Gewicht, kleines Packvolumen und extrem lange Lebensdauer auszunutzen. Eine sehr gute Isomatte ist wichtig, um den vom Körper komprimierten Bereich optimal zu schützen. Der Schlafsack muss unbedingt morgens gelüftet werden, sonst geht das Isoliervermögen mit der Zeit verloren, weil die Daune feucht wird und klumpt.
80/20 - etwas weniger feuchtigkeitsempfindlich als eine 90/10er Füllung, bietet aber auch nicht die Leistung, d.h. die Schlafsäcke werden bei gleichem Temperaturbereich schwerer. Der Kompromiss zwischen Leistung um jeden Preis und der Strapazierfähigkeit von 70/30er Modellen.
70/30 - diese Daunenschlafsäcke haben gegenüber hochwertigen Kunstfaserschlafsäcken kein besseres Gewichts-/Wärmeverhältnis, zeichnen sich aber durch den höheren Schlafkomfort, größere Strapazierfähigkeit und geringeres Packvolumen aus. Wer keine extremen Ansprüche an Packmaß und Gewicht stellt, ist mit diesem Mischungsverhältnis gut bedient.
Gänse- oder Entendaune?
Ferner geben wir an, ob es sich um Entendaune (ED) oder Gänsedaune (GD) handelt. Gänsedaune ist hochwertiger als Entendaune, weil Gänse größere Daunenflocken haben. Weiterhin ist Daune von älteren Tieren hochwertiger als von Jungvieh. Der Herkunft der Tiere darf keine große Beachtung geschenkt werden, da mittlerweile auch aus China hervorragende Daunenqualitäten kommen.
Daunen sind weniger feuchtigkeitsempfindlich als man landläufig denkt. Sie enthalten natürliche Öle, die nicht nur die Wasservögel vor Feuchtigkeit schützen, sondern auch bei einem sachgerecht hergestellten Schlafsack Wirkung zeigen.
Kunstfasern
Ajungilak war der Erste, der Mitte der fünfziger Jahre mit Kunstfasern experimentierte. Die Vorteile der Kunstfaser sind geblieben:
• Polyesterfasern nehmen keine Feuchtigkeit auf und trocknen bedeutend schneller, wenn die Füllung einmal nass geworden ist.
• Das Druckaufnahmevermögen ist deutlich höher als bei Daunenfüllungen, d.h. bei Notfällen kann man auf trockenem und warmem Boden auch eine Nacht ohne Unterlage verbringen.
• Kunstfasern sind in der Anschaffung billiger, haben aber eine kürzere Lebensdauer.
Kunstfaserhersteller weisen gerne auf die antiallergischen Eigenschaften von Kunstfasern hin, aber nur wer eine nachgewiesene Daunenallergie hat, sollte keinen Daunenschlafsack kaufen. Bei Hausstauballergien wurde die Unbedenklichkeit von Daunenfüllungen wissenschaftlich nachgewiesen.
Ideale Einsatzbereiche für Kunstfaserschlafsäcke
• Feuchtgebiete oder Gegenden mit permanent hoher Luftfeuchtigkeit wie Tropen oder Seen.
• Gebiete, in denen Daunen durch Mikroben gefährdet werden können (z.B. mehrmonatige Tropenaufenthalte).
Synthetikfüllungen
In der Regel bestehen Synthetik-Füllfasern aus Polyester oder Kombinationen mit Polyolefin-Fasern. Um den Lufteinschluss der Fasern zu verbessern und den Griff weicher zu machen werden sie mit Hohlräumen versehen. Z.B. gibt es Fasern mit bis zu 7 Kanälen oder mit einem polygonen Hohlraumquerschnitt . Der gute Ruf des Herstellers und unsere Praxiserfahrungen sind schließlich der Qualitätsgarant.
Von entscheidender Bedeutung ist die Ummantelung jeder einzelnen Hohlfaser mit Silikon. Erst dadurch können die Fasern aneinander gleiten und bieten guten Loft und gute Komprimierbarkeit. Die Qualität der Silikonschicht entscheidet über Qualität und Lebensdauer des Schlafsackes. Bei Billigprodukten kann sie sich bereits bei der ersten Wäsche herauswaschen. Zeit für einen Neuen!
Damit aus Fasern eine Füllung wird, müssen sie zu einem Vlies verarbeitet werden. Vliese aus Stapelfasern (Hollowfiber, Ajungilak Fasern) lassen sich wohl gut komprimieren, sind aber nicht so robust wie Vliese aus Endlosfasern (Trevira Polarguard HV, Polarguard 3D). Die unserer Meinung nach beste Leistung (Loft und Komprimierbarkeit) bieten Primaloft-Füllungen.
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