Das unterscheidet sie von herkömmlichen Textilien:
• Schutz vor Wind, Regen, Kälte und Hitze mit dem Ziel ein optimales Körperklima zu bieten.
• Detaillösungen, die den Aktivitäten outdoor gerecht werden, z.B. beim Trekking, Walking, Klettern, Biken, Skitourengehen u.v.m.
• Materialien, die auch starker mechanischer Beanspruchung Stand halten und doch möglichst leicht sind.
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• Design, das das Kleidungsstück auch im Alltag tragbar macht und damit auch modischen Ansprüchen gerecht wird.
• Angemessenes Preis-Leistungsverhältnis. Die oben genannten Punkte haben sich alle namhaften Outdoorhersteller zur Devise gemacht. Jedoch setzen sie nicht immer an denselben Stellen ihre Schwerpunkte. Bei der Konstruktion einer Funktionsjacke können sie sich regelrecht ausleben.
Deshalb möchten wir am Beispiel „Jacke“ die wesentlichen Kaufentscheidungskriterien für unsere Kunden demonstrieren.
Ganz vornean muss die Frage stehen:
„Für welchen Einsatzzweck benötige ich eine Jacke?“
1. Leichter Regenschutz
Normalerweise steckt dieser klein verpackt und als Leichtgewicht im Rucksack. Kleines Packmaß und geringes Gewicht stehen also ganz oben. Man muss bereit sein bei den Punkten Robustheit, Tragekomfort, Taschenangebot und anderen Details Abstriche zu machen.
2. Alltagsjacke mit Reserven
Allroundmodell für die City, zum Einkaufen, im Büro, für den Spaziergang. Sie sollte Regenschauern standhalten, vor Kälte und Wind schützen und vor allem auch gut aussehen - mehr nicht.
3. Trekking- und Alpinjacke
Sie muss auch widrigsten Wetterbedingungen standhalten. Der Träger muss sich bei Schneestürmen, peitschendem Regen und großer Kälte 100%ig auf sie verlassen können. Es kann Situationen geben, in denen ihr Schutz lebensrettend ist. Sie muss also warm und trocken halten, extrem reißfest und abriebfest sein und durch Dampfdurchlässigkeit und gelungenen Schnitt das optimale Körperklima bewahren.
Funktionsmaterialien
Laut Werbung sind Funktionsmaterialien, die die oben genannten Ansprüche befriedigen sollen, wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv. Viele Outdoorer haben diese Aussage aber schon angezweifelt: bei langen Regenwanderungen kommt es zu Nässe an den Ärmeln, am Saum und die Jacke fühlt sich innen klamm an.
Jeder Hersteller prüft seine Materialien, legt Testergebnisse vor und stellt die Ergebnisse manchmal auch durch die rosarote Brille dar.
So ist z.B. der Begriff Atmungsaktivität keinesfalls wörtlich zu nehmen. Es handelt sich hier nicht um einen „aktiven Vorgang“, sondern vielmehr um Effekte, die auf bestimmten physikalischen Eigenschaften der Materialien beruhen. Und dennoch: wasserdichte Jacken dieser Art sind vor 25 Jahren noch undenkbar gewesen und es gibt keine Materialien, die auch nur annähernd soviel Schutz und Vielfalt ermöglichen wie Membranen in Form von Folien oder Beschichtungen.
Die Wasserdichtigkeit ist durch eine DIN Zahl definiert. Zur Messung wird das zu testende Materialstück unter einen Messzylinder gespannt. Dieser wird mit Wasser gefüllt. Läßt das ca. ø10cm große Materialstück bei 1.300mm Wassersäule kein Wasser durch, so gilt es nach DIN als wasserdicht. Diese Wassersäule kennzeichnet also die Dichtigkeit eines Materials, z.B. Mikrofaser 800mm, bei Laminaten bis über 20.000mm. Dies allein darf jedoch noch kein Kriterium für den Kauf einer Jacke sein.
| Wetterschutz durch moderne Materialien |
Grundprinzip:
Die Regenwassertropfen kommen, da zu dick, nicht von außen nach innen durch, die kleinen Wasserdampfmoleküle aus dem Schwitzwasser kommen aber von innen nach außen durch den Textilstoff hindurch.
Winddicht, wasserdicht und wasserdampfdurchlässig sind:
1. Membranfolien (Goretex, Sympatex etc.)
2. Beschichtungen (Hyvent, Texapore, T 3000 und zahllose weitere ) |
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Membranfolien
Sie werden auf verschiedene Weise verarbeitet:
• Linerverarbeitung:
Außenstoff, Membranfolie und Innenstoff hängen lose aufeinander und sind nur durch die Nähte fixiert.
Vorteil: Man verwendet in der Regel Stoffe mit einem textilen, weichen Griff, die sehr angenehm zu tragen sind.
Nachteil: Sie sind nicht sehr robust. Der Außenstoff kann sich voll Wasser saugen, wenn er nicht entsprechend ausgerüstet ist.
• 2-Lagen-Laminate:
Der Außenstoff wird mit Membranfolie verschweißt und der Innenstoff liegt lose darunter (Außenstofflaminate).
Vorteil: Oberfläche ist abriebfest und stabil. Ober-stoff kann sich nicht so leicht voll Nässe saugen.
Nachteil: Etwas festerer Griff.
• 3-Lagen-Laminate
Innenfutter-Membranfolie und Außenstoff sind zu einer Schicht verklebt/verschweißt.
Vorteil: Maximale Abrieb- und Reißfestigkeit, geringes Gewicht.
Nachteil: Teilweise störrischer Griff und geringere Dampfdurchlässigkeit. Höchste Ansprüche an die Jackenkonstruktion.
Problem:
Um Membran-/Laminatjacken ganz dicht zu bekommen, müssen die Nähte durch Aufkleben oder -schweißen von Tapes abgedichtet werden. Dies ist eine große Herausforderung an die Hersteller und nicht immer ganz einfach umzusetzen. Auch hier machen sich Qualitätsunterschiede bemerkbar.
Mikroporöse Membranbeschichtungen
Sie werden direkt auf der Innenseite des abzudichtenden Stoffes aufgebracht. Bei den Beschichtungen gibt es enorme Qualitätsunterschiede! Bei einigen ist die Wasserdampfdurchlässigkeit kaum besser als beim herkömmlichen Ostfriesennerz, andere übertreffen die Leistung der besten Membrane. Lassen Sie sich beraten.
So arbeiten die Membranen:
Voraussetzung für das Funktionieren der Wasserdampfableitung von innen nach außen ist ein
Dampfdruckgefälle. Innen hoher, außen geringerer Dampfdruck. Dies ist nur gegeben, wenn...
1. die Außenluft kälter als die Innenluft ist oder
2. die Außenluft trockener als die Innenluft ist oder
3. die Außenluft kälter und trockener als die Innenluft ist.
Klimabeispiele:
• Einsatzbereich tropischer Regenwald:
100% rel.Luftfeuchte und 35° C.
Körper bei Anstrengung: 100% rel.Luftfeuchte und 35° C.
Also bestehen weder Temperatur, noch Feuchte-unterschiede innen / außen. Folge: Plastiktüteneffekt.
• Einsatzbereich Dauerregen in Island:
100 % rel.Luftfeuchte und 8° C.
Körper bei Anstrengung: 100% rel.Luftfeuchte und 35° C.
Das Temperaturprofil ermöglicht eine mehr oder weniger ausgeprägte Atmung. Starke Unterschiede bei den Materialien, insbesondere abhängig von der Art des Außenstoffes!
• Einsatzbereich Alpenwinter:
0% rel.Luftfeuchte und Minus 10° C.
Körper bei Anstrengung: 100 % rel.Luftfeuchte und 35° C.
Hier können alle Materialien ihre Funktion beweisen. Einschränkungen jedoch durch Vereisung der Innenseite des Außenstoffes und Griffveränderung des Stoffes durch Kälte (geschmeidiger Griff kann nachlassen).
Grundsätzliches Problem
bei allen Membran-/Laminatbekleidungsstücken:
Bei Anstrengung produziert der menschliche Körper das Vielfache an Schwitzwasser von der Menge, die durch die oben genannten Stoffe nach außen abgegeben werden kann, d.h. man wird von innen naß. Abhilfe kann nur über den Bekleidungschnittes (Ventilationsmöglichkeiten) und die unter der Jacke getragenen Materialien geschaffen werden.
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Mikrofasergewebe
Mikrofasergewebe sind im Gegensatz zu den oben genannten Stoffen nicht wasserdicht nach DIN. Sie liegen bei etwa 800 mm Wassersäule und halten damit allerdings jederzeit einem Regenschauer stand.
Mikrofasern müssen per Definition eine Dicke von weniger als 1 dtex haben, das ist dreimal feiner als der feinste Seidenfaden. 10.000 m der Trevira-Finesse-Faser wiegen nur 1g. Die Verwendung der superfeinen Fäden führt zu einer sehr großen Verdunstungsoberfläche der Stoffgewebe. Entlang der Faseroberflächen wird Wasser transportiert und über die hohe Zahl der Faserenden an die Umgebung abgegeben. Das gilt insbesondere für Stoffe mit geschliffener Oberfläche, auch erkennbar an dem etwas matten Glanz. Damit entsteht eine Sogwirkung weg vom Körper in Richtung Stoffaußenfläche. Folge ist ein hervorragendes Mikroklima am Körper. Im Gegensatz zu Membran-/Laminatgeweben kommt es hier nicht zum zu erwartenden Feuchtestau bei größerer Anstrengung.
Kälte:
Der eigentliche Wärmeisolator ist die im Stoff bzw. zwischen den Stoffschichten eingeschlossene Luft. Je mehr Luftvolumen ruhend enthalten ist, desto höher der Wärmerückhalt. Das heißt, gute Winterbekleidung ist leicht und voluminös (optimal gelöst bei guter Daune) und vermeidet Kältebrücken, die durch bewegungsbedingtes Zusammendrücken der Stoffschichten entstehen können (Konstruktionsmerkmal). Die Bekleidung muss so konstruiert sein, dass Warmluft nur dann vom Körper nach außen gelangt, wenn dies zur Belüftung gewünscht ist.
Hitze:
Erste Devise: leicht und körperfern für maximale Ventilation. Je heller, desto weniger Sonnenstrahlung wird absorbiert. Wenn direkt am Körper getragen, sollte das Gewebe wenig Feuchtigkeit aufnehmen, d.h. Mischgewebe mit Synthetikanteil sind z.B. reiner Baumwolle vorzuziehen.
Baumwollbekleidung sollte immer körperfern getragen werden.
Fleece
Fleece ist von den modernen Funktionsmaterialien einfach nicht mehr wegzudenken. Die aus Polyesterfasern hergestellten Stoffe nehmen so gut wie keine Feuchtigkeit auf und isolieren ganz hervorragend. Fleece trocknet extrem schnell, ist flauschig, weich und bei vergleichbarem Wärmerückhaltevermögen viel leichter, hautfreundlicher und pflegeleichter als Wolle.
Für spezielle Anforderungen gibt es winddichtes Fleece, wie z.B. Windbloc oder Polartec 1000 von Malden, Polartec 100-Material mit eingewobenen Lycra-Fäden und glatter Außenseite (Powerstretch) insbesondere für den Unterziehbereich mit Leggings etc.
Vorsicht ist beim Erwerb sehr preiswerter Fleeceware angezeigt. Qualitätsmängel zeigen sich zumeist erst nach dem Waschen.
Softshell
Die Innovation bei den Outdoor-Textilien.
Leider gibt es für diesen Begriff keine ganz einheitliche Definition. Für uns hat Softshell jedoch ganz klare Eigenschaften:
- es ist äußerst komfortabel durch einen gewissen Stretcheffekt der Stoffe.
- es ist stark Wind und auch Wasser abweisend.
- es ist sehr atmungsaktiv.
Das Angebot an Softshelljacken ist inzwischen sehr groß und bietet für Sommer wie für Winter eine reiche Auswahl.
Funktionsunterwäsche
Um dem Körper ein angenehmes Mikroklima zu verschaffen, ist v.a. in Zusammenwirken mit anderen Funktionsmaterialien, wie Klimamembranbekleidung, Fleece etc., die Wahl der Unterwäsche von großer Bedeutung.
Sie soll dünn und elastisch sein und dicht auf der Haut liegen. Als unangenehm wird Feuchtigkeit im Material erst dann empfunden, wenn der Stoff die Möglichkeit hat, sich vom Körper zu entfernen (da zu weit geschnitten), abzukühlen und wieder anzuliegen. Funktionsunterwäsche (aus Polyester, Polyamid oder Polypropylen) nimmt kaum Feuchtigkeit auf und trocknet deshalb auch ganz schnell. Durch geeignete Stoff-Strukturen (innen glatt - außen eine rauhere, zerklüftete Oberfläche) wird Schweiß schnell an die darüberliegenden Bekleidungschichten abgegeben. Der Körper kühlt nicht aus und bleibt trocken. Selbstverständlich gibt es bei der Funktionsunterwäsche viele Varianten in Zusammenwirkung mit Naturfasern, z.B. Wolle. Reine Wolle bzw. Mischgewebe mit Wollanteil haben den Vorteil auch bei längerem Tragen noch geruchsneutral zu bleiben. Genau diesen Effekt haben auch neuentwickelte Funktionsmaterialien, in die Silberfäden eingewoben sind, oder Silberionen bereits im Grundmaterial enthalten. Diese töten ebenfalls Geruchsbakterien ab.
Das Zwiebelprinzip
Mehrere dünne Lagen Kleidung sind besser als wenige dicke. Man spricht vom „Zwiebelprinzip“. Der Vorteil: Man kann sich durch An- und Ausziehen einzelner Schichten optimal auf jedes Klima einstellen. Die Kunst dabei besteht in der richtigen Zusammenstellung.
Hier die einzelnen Lagen:
Lage 1: Sportunterwäsche und Thermounterwäsche.
Transport der Körperfeuchtigkeit weg von der Haut nach außen. Wärmeisolation besonders bei der dickeren Ware.
Lage 2: Die leichte Fleecebekleidung.
Hemden, Polos und Pants für zuverlässigen Transport der Körperfeuchtigkeit nach außen, selbst in tropischen Klimaten.
Lage 3: Wärmefleece.
Mollig warme Pullover und Jacken mit hoher Bauschkraft. Körperfeuchte wird nach außen transportiert.
Lage 4: Wetterschutz.
Jacken, Windbreaker und Hosen, die den Wind abhalten, überschüssige Körperwärme nach außen lassen und vor leichtem Schnee und Regen schützen. Stark strapazierte Stellen sollten verstärkt sein.
Lage 5: Schnee-, Sturm- und Regenschutz.
Kleidung für extreme Einsätze: ultraleichte Regenbekleidung und Expeditionsanzüge aus wasser- und winddichten, aber dampfdurchlässigen Materialien.
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