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Der Rucksack ist das zentrale Ausrüstungsstück, über mehrere Stunden am Tag ist man mit ihm aufs Engste verbunden. Erst mit einem Rucksack werden Touren abseits der Zivilisation möglich. Aber auch beim Reisen schafft er große Erleichterung. Wer schon einmal mit schweren Taschen in beiden Händen das richtige Terminal gesucht oder auf dem Weg zur Jugendherberge war, weiß wovon die Rede ist. Wie findet man nun aus dem riesigen Angebot den für die eigenen Bedürfnisse passenden Rucksack, damit die Traumtour nicht zur Tortur wird? Zuerst sollten Sie sich über den Einsatzbereich Gedanken machen: Für die Fahrt zum Supermarkt braucht man nicht unbedingt den gleichen Rucksack wie für 6 Wochen Trekking im Himalaya.
Einsatzkriterien
• Geländeform:
In unwegsamem, steilem Gelände sind sicherer Sitz und schlanker Schnitt von größter Wichtigkeit, in leichtem Gelände ist eine bessere Belüftung von Vorteil.
• Art der Fortbewegung:
Ein Reisender wird die Vorzüge eines Kofferrucksacks sehr schnell zu schätzen wissen. Bei einer längeren Trekkingtour sind Tragekomfort und geringes Gewicht entscheidend.
• Volumen und Gewicht des Rucksacks:
Bei größeren Touren abseits der Zivilisation braucht man entsprechend mehr Gepäck und der Rucksack muss das Mehrgewicht verkraften können.
• Das Klima:
Besonders regnerische Gegenden können den Trekker zur Verzweiflung bringen. Arcteryx und Berghaus bieten wasserdichte Trekkingrucksäcke - Schluss mit nassen Kleidern, Schlafsack...
Um Ihnen die Wahl zu erleichtern, haben wir für die Rucksäcke Einsatzbereiche erstellt.
Anhand dieses Einsatzprofils kann eine Vorauswahl getroffen werden. Mit den Produktbeschreibungen im Katalog und/oder unserer fachkundigen und praxiserprobten Beratung im TravelCenter sollte dann die Wahl nicht mehr zur Qual werden!
Einsatzbereich I:
Kofferrucksäcke oder Travelpacks
Kofferrucksäcke nehmen eine Sonderstellung bei den Innengestellrucksäcken ein. Sie werden meistens nicht von oben, sondern komfortabel wie ein Koffer von vorne beladen. Die Kleidung wird durch spezielle Halterungen im Innern fixiert und kommt fast faltenfrei zum Vorschein. Das Tragesystem kann unter einer Abdeckung versteckt werden, die vor Transportschäden schützt. Dank des zivilen Aussehens bleibt dem Reisenden so manche Unannehmlichkeit erspart. Auch auf leichten Trekkingtouren kann man unsere Travelpacks einsetzen!
Einsatzbereich II und IIw:
Innengestellrucksäcke für hohe und höchste Ansprüche
Hochwertigste Innengestell-Rucksäcke, die auch mit Lasten von weit über 25kg zurechtkommen und Tragekomfort bieten. In dieser Kategorie werden die neuesten Entwicklungen und die besten Materialien eingesetzt und bei der Lastübertragung auf die Hüften wird der größtmögliche Wert gelegt. Für lange und extreme Touren, Expeditionen.
Ganz neu sind die wasserdichten Modelle unter dem Einsatzbereich IIw zusammengefasst.
Einsatzbereich III:
Innengestellrucksäcke für leichtere Trekkingtouren
Wenn mehr als 10 kg über längere Zeit ge-/ertragen werden sollen, führt kein Weg am Trekkingrucksack vorbei. Ihr Volumen liegt ab 45 Liter aufwärts, oft bis zu 70 Liter. Hüftgurt, Innengestell und Schulterriemen sind den zu erwartenden Lasten bis ca. 20kg angepasst.
Einsatzbereich IV:
Kletter- und Tourenrucksäcke
Mit bis zu 50 Litern Volumen deutlich größer als Tagesrucksäcke. Sie zeichnen sich durch extrem sicheren Sitz (Körperkontakt) und eine sehr hohe Bewegungsfreiheit aus - die richtige Wahl bei bewegungsintensiven Aktivitäten wie Klettern, Skitouren, Hochtouren usw. Allerdings ist die Schweißverdunstung bei diesen Modellen durch den Kontakt am Rücken etwas eingeschränkt, dafür bleibt die Muskulatur warm. Meist sind die größeren Tourenpacks mit einem Hüftgurt ausgestattet, der etwas Last auf die Hüfte überträgt. Hochwertige Modelle haben ähnlich aufwändige Tragesysteme wie ihre Trekkingbrüder.
Einsatzbereich V:
Wanderrucksäcke mit Aero-Tragesystem
Tages und Wanderrucksäcke mit bis zu 40 Liter Volumen. Die Aero-Systeme bieten einen sehr guten Tragekomfort und eine hervorragende Belüftung. Ein vorgespanntes Netz, luftige Schaumstoffpolster oder Schaumrippen sorgen für Abstand zum Rücken und gute Luftzirkulation. Zum Biken sind sie daher weniger geeignet. Sollen mehr als ca. 8-10kg transportiert werden, ist ein Trekking- oder Tourenrucksack vorzuziehen.
Einsatzbereich VI:
Fahrrad-und Skaterrucksäcke
Wie der Name schon sagt, für Biker und Inline-Skater entwickelt. Zeichnen sich durch super Sitz und sehr gute, aber zugfreie Belüftung aus. Hervorragend auch zum Langlaufen, Klettern, Motorradfahren und Inlineskaten geeignet. Bike-Rucksäcke finden Sie im Kapitel Bike.
Einsatzbereich VII:
Tagesrucksäcke
Egal ob Uni, Schule, City oder Beruf; mit unseren Daypacks machen Sie immer eine gute Figur. Ein Rückenpolster ist von Vorteil, weil es das Durchdrücken von harten Gegenständen verhindert.
DAS TRAGESYSTEM
Um die Last optimal auf die Hüfte übertragen zu können, sind ein Rahmen oder Gestell zur Entlastung der Wirbelsäule und ein steifer Hüftgurt notwendig.
Rucksäcke mit Innengestell decken fast alle Anwendungsbereiche ab. Ihr Tragesystem beruht meist auf zwei innenliegenden Streben, die bei Bedarf der Rückenform anzupassen sind. Ob diese nun gerade oder V-förmig verlaufen ist eine Frage der Philosophie - Hauptsache bequem! Wichtiger sind Maßnahmen (z.B. eine Plastikversteifung im Rückenteil), die ein Ausbeulen des Packsacks verhindern, die dem Hinterkopf Bewegungsfreiheit (Berghaus, Arc‘teryx, Big Pack, Bach) lassen oder die durch zusätzliche Konstruktionsdetails (z.B. Stabilizer) die Lastübertragung weiter verbessern.
Innengestellrucksäcke zeichnen sich meist durch ihren guten bis sehr guten Sitz aus und machen Körperbewegungen mit. Seit einiger Zeit gibt es auch Innengestellmodelle, die mit schwersten Lasten zurechtkommen - bisher eine Domäne der Außengestelle.
Wer mehr als 25 kg herumträgt, sollte Arc‘teryx, Bach, Marmot (vormals Dana Design) ins Auge fassen.
Das Tragesystem ist das Herzstück eines jeden Rucksacks. Aber selbst das beste Tragesystem kann seine Stärken nur dann ausspielen, wenn es passt! Aus diesem Grund geben wir für unsere größeren Rucksäcke die jeweils optimale Rückenlänge an.
Am einfachsten misst man diese von der Oberkante des Hüftknochens bis zur Schulterkrone. Die Bezeichnungen lehnen sich an die gewohnten Konfektionsgrößen an, die ebenfalls als Maßstab gelten können.
Das ungefähre Verhältnis
Konfektionsgröße zu Rückenlänge:
XS< 41cm S<46cm M<51cm L<56cm XL >56
Die Feineinstellung erfolgt dann über Höhenverstellung der Schultergurte.
Gute Hüftgurte sind meist aus mehrlagigem Schaum mit verschiedenen Härtegraden aufgebaut und besitzen Versteifungen aus Kunststoff-Formteilen. Je steifer der Hüftgurt, desto besser die Lastübertragung auf Kosten der Bewegungsfreiheit. Seit einigen Jahren gibt es auch speziell an die weibliche Anatomie angepasste Lady-Modelle.
Durch die seitlichen Hüftgurtstabilisierungsriemen kann die Lastübertragung (angezogen) oder die Bewegungsfreiheit (locker) erhöht werden.
Bei den Schultergurten setzen sich immer mehr stark S-förmige Gurte (passen sich optimal an) durch. Sie sollten gut und fest gepolstert sein und nicht am Nacken reiben.
Der Brustgurt (bei allen unseren Trekking-Packs Standard) fixiert die Schultergurte an der richtigen Stelle auf den Schultern. Außerdem kann bei längerem Tragen der Druck auf der Schulter etwas verschoben werden.
An den am Körper anliegenden Punkten (Hüft-/Schultergurte, Rückenbereich) sollte feuchtigkeitsabsorbierendes und schnelltrocknendes Material eingesetzt werden.
Die Lagekontrollriemen erlauben in gelockertem Zustand eine bessere Belüftung, angezogen eine höhere Stabilität. Sie sollten vom Schlüsselbein etwa im 30° Winkel ansteigen. Bei sehr steifen Hüftgurten können die Schultern auch ganz entlastet werden: Schultergurte lockern und Lagekontrollriemen bis zur Entlastung anziehen.
Den Rucksack richtig anpassen
Um einen Rucksack richtig beurteilen zu können, muss er praxisgerecht mit 10 - 20kg beladen werden. Kompressionsriemen anziehen, um die Last im Rucksack zu fixieren, alle Riemen, die mit dem Tragesystem zusammenhängen, lockern und den Rucksack schultern.
Der stramm angezogene Hüftgurt sollte in etwa mittig auf dem Hüftknochen aufsitzen, die Schultergurte nicht zu stark anziehen, evtl. den Brustgurt schließen und mit Lagekontroll- und Hüftgurtstabilisierungsriemen optimieren. Um das letzte Quäntchen an Komfort herauszuholen können die Alustreben der Rückenform angepasst werden. Hierzu ist sehr viel Erfahrung notwendig! Passt der Rucksack trotzdem nicht, wird das später outdoor keinesfalls besser - also lieber weitersuchen.
Wir helfen Ihnen natürlich dabei, aber oft kommt der `Aha-Effekt´ erst nachdem Sie verschiedene Einstellungen ausprobiert haben.
Rucksack richtig bepacken
Anschließend noch ein Wort zum richtigen Packen von Rucksäcken.
Im leichten Gelände werden schwere Sachen (Essen, Wasser, Kocher) möglichst hoch und nah am Rücken verstaut, im schwierigen Terrain ebenfalls rückennah aber im mittleren Bereich des Rucksacks platzieren.
Der Schlafsack gehört ins Bodenfach - außer er passt nicht rein. Sie sollten Ihren Rucksack immer so groß wählen, dass alles im Packsack verschwindet. Ausrüstung außen macht optisch einiges her, erkauft mit Unhandlichkeit und Sperrigkeit.
Im Zweifelsfall einen Größeren kaufen oder weniger mitnehmen.
Material & Verarbeitung
Es gilt mehr denn je: Kein renommierter Anbieter kann sich minderwertiges Material leisten. Je höher der dtex-Wert (z.B. Nylon 420), desto gröber und dicker ist der Faden - ein 1000den Cordura ist also robuster als das entsprechende 500den-Material (i.d. Regel reicht ein robustes 500den Gewebe) - allerdings gibt es große Unterschiede bei gleichlautenden Geweben und letztendlich müssen Sie dem Hersteller bzw. uns vertrauen. Hauptsächlich werden Nylon und Polyester verwendet. Bei gleicher Materialstärke ist Nylon das abriebfestere Gewebe, Polyester ist UV-beständiger. Sie sind meist auf der Innenseite PU-beschichtet (Gewebe mit dünnerer Fadenstärke lassen sich besser und dauerhafter beschichten), um die Gewebe wasserdicht zu bekommen. Allerdings geht die Beschichtung bei normalen Trekkingrucksäcken im Lauf der Jahre verloren. Ist aber halb so schlimm, da an den Nähten vorher schon Wasser durchkommt. Bei Sauwetter hilft nur eine Regenhülle, ein Poncho oder ein wirklich wasserdichter Rucksack.
Sie sollten unbedingt auf einen gedoppelten Boden aus extra robustem Material achten, wenn dieser Bereich extrem beansprucht werden soll. Weitere Qualitätsmerkmale sind grobe Reißverschlüsse, geschmeidiglaufende Riemen, Nationalmolding-Schnallen, sauberes Nahtfinish.
Ein heraustrennbarer Zwischenboden bei Zweikammerpacksäcken ist wie Kompressionsriemen (stabilisieren den Rucksackinhalt und variieren das Volumen) ein Muss. Seitentaschen und zusätzliche Fächer sind Geschmacksache. Sie erleichtern das Packen, treiben aber das Gewicht und den Nähaufwand (Preis) in die Höhe. Meist machen Seitentaschen den Rucksack sperriger. Wer Seitentaschen möchte, sollte sich abnehmbare zulegen.
Unsere Volumenangaben:
Wir ermitteln die Literangaben nach unserer eigenen normierten Methode, die auch von Outdoor übernommen wurde, selbst. Die Ergebnisse sind oft nicht nur für uns überraschend.
Die Rucksäcke inkl. vorhandener Außentaschen, werden praxiskonform mit Normkugeln so bepackt, dass die Form erhalten bleibt und der Packsack noch sauber zu verschließen ist. Dadurch wird ein objektiverer Vergleich über die Größe der Rucksäcke in unserem umfangreichen Sortiment möglich, als es mit dem üblichen Auslitern mit Wasser der Fall wäre. Ein mit Wasser gefüllter Trekkingrucksack wiegt dann 60 bis 80 kg und erleidet starke, nicht praxisgerechte Verformungen, scheint auf dem Papier aber einen größeren Inhalt zu haben.
Auch Leergewicht und Abmessungen sind von uns selbst ermittelt worden. Bei den meisten Modellen kann im Notfall das Volumen durch den Schneefang am Packsack um 10 - 15 Liter erweitert werden.
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